Kathrin Najorka

Sie töpfert seit Jahrzehnten mit Hingabe

An der Töpferscheibe ist Sie glücklich und was dabei entsteht sind wahre Schätze.

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Es fühlt sich an wie das Ende der Welt – jedoch ein wunderschönes in der Natur. Inmitten des „Dreiländerecks“ von Sachsen, Brandenburg und Polen liegt die Gemeinde Krauschwitz, wo die Keramikwerkstatt von Kathrin Najorka zu finden ist. Fast möchte man Manufaktur sagen, denn die Räumlichkeiten sind unerwartet weitläufig und verwinkelt. Zwei fleißige Helfer – Schwester Antje Reif und Lebensgefährte Rainer Griessbach – sind mit letzten Handgriffen an verschiedenen Tassen, Schüsseln und Tellern beschäftig.

In Arbeitsschürze begrüßt mich Kathrin Najorka persönlich und während Sie noch kurz zu tun hat, darf ich mich schon in der gut gefüllten Galerie umsehen, die früher ein Rohstofflager war. Ich bin erstaunt über die unglaubliche Menge und Vielfalt der schönen handgemachten Stücke, die Frau Najorka seit mittlerweile 40 Jahren herstellt.

Nachdem wir das Porträt „im Kasten“ haben, führt Sie mich vorbei an weiteren unzähligen Vasen, Schüsseln, Bechern und Dosen in Regalen, die bis unter die Decke reichen, in Ihre eigentliche Werkstatt, wo schon etliche weiß-rosa Rohlinge auf das Brennen in den kommenden Tagen warten.

In der Werkstatt bekomme ich gleich einen direkten Einblick ins Töpfern an der Scheibe. Und das sieht völlig anders aus, als ich es erwartet hätte. Wir gehen an einen Aufbau, der circa zwei mal zwei Meter misst und etwa 60 Zentimeter hoch ist - etwa wie ein Tisch mit einer großen Aussparung in deren Mitte sich die Töpferscheibe befindet, dahinter eine Sitzfläche. Ein frisches, großes Stück saftiger Ton aus eigener Herstellung steht schon bereit und wird grob mit den Händen durchgewalkt und halbiert. Dann klettert Frau Najorka ganz sportlich auf das Drehscheibengerüst, schwingt sich auf den Sitz  und wirft den Motor der Scheibe an. Der rohe Ton wird mittig platziert, zuerst breit und flach gedrückt um einen stabilen Gefäßboden zu formen und dann innerhalb kürzester Zeit entsteht ein leerer, hoher Zylinder, der sich im weiteren Verlauf in einen Krug verwandelt. Nach ungefähr fünf Minuten stellt Kathrin Najorka den Motor aus und präsentiert mir stolz eine neue Karaffe – oder besser zehn Prozent davon. Denn das Töpfern mit der Scheibe, was Frau Najorkas liebster Arbeitsschritt ist, stellt nur einen kleinen Bruchteil beim langwierigen Herstellen der schönen Keramik dar. Nach einigen Tagen, wenn der geformte Ton getrocknet ist, wird die Oberfläche bei Bedarf geschliffen um Unebenheiten zu beseitigen. Es erfolgt der erste Brand, das Schrühen, bei 900 Grad. Danach werden die Keramiken entstaubt, bemalt und glasiert.

Sobald genügend neue Stücke entstanden sind, kann das Brennen geplant werden. Gelegentlich teilt Frau Najorka Ihren Ofen mit einem anderen Keramiker, da es ein riesiger Ofen ist. Der Ofen ist eine Art Kammer und es dauert meist Tage, ihn allein zu bestücken und alle Rohlinge effizient und bruchsicher auf feuerfesten Schamottplatten zu stapeln. Ist dies geschafft, wird der Ofen zugemauert. Dann wird ordentlich eingeheizt, bis 1320 Grad Celsius erreicht sind. Das dauert ca. 40 bis 50 Stunden. Wenn im Anschluß der Ofen und der kostbare Inhalt nach vielen Tagen ausgekühlt ist, wird die Mauer wieder entfernt und es zeigt sich, ob alles gut gegangen ist. Hin und wieder geht schon mal was zu Bruch.

Die fertigen Stücke werden ausgeräumt, der Boden nochmal von Hand abgeschliffen und dann nach vielen Tagen bis Wochen sind die wunderbaren Keramiken verkaufsfertig und können vor Ort im Laden und auf Töpfermärkten deutschlandweit und sogar in Großbritannien, Frankreich, Österreich und den Niederlanden erworben werden, wohin Kathrin Najorka regelmäßig unterwegs ist.

Termine und weitere Informationen sind zu finden unter: www.kathrinnajorka.blogspot.com

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