Anja Nixdorf-Munkwitz

Ihr Herz schlägt für alte Gemäuer und frisches Grün

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Ich fahre in den tiefsten Süden der Lausitz und besuche Anja Nixdorf-Munkwitz in einem verwunschenen, mit herrlichem Grün umwachsenen Umgebindehaus am ländlichen Rand von Zittau, welches Sie vor Jahren mit ihrem Mann erworben hat.

Direkt nach der Begrüßung lädt Anja mich ein, Ihr in den Garten zu folgen. Mit der Kräuterschere bestückt und begleitet von Nachbars schwarzem Kater, genannt Miez, spazieren wir um das Haus zu einer Stelle, wo verschiedene Sorten Minze wachsen. Anja erntet einige Zweige und zeigt mir nebenher noch weitere Schätze, die in Ihrem idyllischen, terrassenartigen Garten wachsen. So knospen jetzt im Mai schon die ersten Kornblumen, deren Samen Sie selbst gesammelt hat. Einige Meter weiter blühen Ringelblumen, Rosmarin und Thymian von Bienen umschwirrt.

Zurück in der modernen, rot eingerichteten Küche, die sich trotz des beträchtlichen Altersunterschiedes von knapp 260 Jahren sehr gemütlich in das alte Haus einfügt, bereitet Sie uns einen frischen Aufguss mit der eben geernteten Minze.

Die Hingabe für alte Architektur spiegelt sich nicht nur im privaten Eigenheim wider, denn beruflich ist Anja Nixdorf-Munkwitz Geschäftsführerin der Stiftung „Kraftwerk Hirschfelde“, die sich mit Industriekultur beschäftig. Auch die baulichen Reste des namensgebenden historischen Kraftwerkes und eines darin ehemals eingerichteten Museums hat sie über viele Jahre betreut. Leider musste der Gebäudekomplex wegen Baufälligkeit und der Hochwassergefahr geschlossen werden. Anja ist in der Stiftung Einzelkämpferin, kooperiert aber mit vielen Vereinen und Organisationen um Projekte zu entwickeln und umzusetzen, die einen Beitrag zur Industriekultur der Lausitz leisten.

Eines der Stiftungsprojekte, dass Anja entwickelt, setzt sich dafür ein, weitere leerstehende Gebäude an neue Eigentümer zu vermitteln und so vor dem Verfall zu retten. Menschen mit Ideen, auf der Suche nach Platz können demnächst zu diesem Zwecke das Leerstandsportal nutzen: https://www.industrie-geschichte-lausitz.de.

Der Ausgangspunkt für mich, Anja für mein Projekt „50 Prozent“ zu gewinnen hat ursprünglich allerdings mit dem Gärtnern und wachsendem Grün zu tun. Denn Ihr Herzensprojekt neben dem Bewahren von Architektur und Industriekultur ist „Ein Korb voll Glück“, welches Sie liebevoll „das Körbchen“ nennt. Dahinter verbirgt sich Ihr Blog, mit dem Sie lausitzer Bauern, Gärtnern, Schäfern und Landwirten eine Plattform bieten möchte um Ihre regionalen, saisonalen und nachhaltigen Produkte an den Kunden vor Ort zu bringen. Denn es gibt einige solcher Produzenten in der Region, nur finden muss man sie erst.

Sie möchte das Körbchen zu einer nachhaltigen und regionalen Marke aufbauen und unter anderem Caterings anbieten um bei Festen und Veranstaltungen die Bewohner der Lausitz mit den herrlichen hiesigen Lebensmitteln zu begeistern. Auch Vorträge und Kurse bietet Anja an und kocht dabei mit Interessierten gelegentlich auch mal am heimischen Herd. Dabei verwendet sie zum Beispiel frisches Gemüse aus der Biogärtnerei Wagner in Görlitz oder Käse und Fleisch von der Ziegenkäserei am Breitberg in Bertsdorf-Hörnitz.

Weitere Adressen kleiner regionaler Produzenten findet ihr auf dem Blog www.ein-korb-voll-glueck.de.

Perspektivisch möchte Anja ein Kochbuch der Oberlausitz herausbringen, in dem die passionierte Köchin eigene Kreationen mit einfachen und saisonalen Zutaten vorstellen wird.

Mit Ihrem Vorhaben ist Sie Preisträgerin des simul+ Wettbewerbs, der Ideen für den ländlichen Raum in Sachsen fördert.

Wenn ihr mehr über Anja Nixdorf-Munkwitz erfahren möchtet, besucht die Website https://www.industrie-geschichte-lausitz.de oder Ihren Blog www.ein-korb-voll-glueck.de.


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